Musik-Glossar | Buchstabe - K -

Kadenz
1. Eine Akkordfortschreitung, die einen schliessenden Effekt hat.
2. Eine Passage, in der der Solist, mehr oder weniger frei, sein Können demonstrieren kann (ursprünglich improvisiert).

Kakophonie
(griechisch) Missklang

Kammermusik
(it. musica da camera) urspr. Musik für kleinere Kreise, im Gegensatz zur Kirchen- oder Theatermusik; heute: die für kleine, vorwiegend solistische Besetzung geschriebene Musik

Kammerorchester
solistisch besetztes Orchester

Kammerton
a', 440 Hz (Hertz = Schwingungen pro Sekunde) 1939 international festgelegt, zum Stimmen der Musikinstrumente.

Kanon
ein kontrapunktisches Werk, in dem einem Stimme nach der anderen einsetzt und die erste Stimme genau kopiert wird. Es gibt auch noch Spiegelkanons, die gleichzeitig rückwärts und vorwärts gespielt werden.

Kantate
(it.) eine Vokalkomposition mit instrumentaler Begleitung.

Kantilene
gesangsmässige Melodie

Kantor
(lat. = Sänger) Leiter der Kirchenmusik

Kanzone
ursprünglich Strophenlied der Troubadours, später Übertragung auf Instrumente; hat sich zur Sonate und Suite weiterentwickelt.

Kapellmeister
Leiter eines Chores oder Orchesters (Dirigent)

Kapodaster
(it. capo tasto) Hauptbund, über den alle Saiten gleichzeitig gestimmt werden können; es handelt sich hierbei um einen Sattel auf dem Griffbrett, der verschoben werden kann, so daß alle Saiten gleichmäßig verkürzt werden

Kassation
mehrsätziges Instrumentalständchen des 18. Jhdt., wie Serenade und Divertimento

Kastagnetten
spanische und südital. Daumenklappern, aus 2 Holzmuscheln bestehend, die mit einer Schnur lose verbunden sind

Kastrat
männlicher Sopran- oder Altsänger (entmannt)

Kemperflügel
Flügel (Hammerklavier) mit schwächerer Besaitung und 4 Fußpedalen; zur Wiedergabe von barocker und frühklassischer Musik hervorragend geeignet

Kenthorn
veraltetes Bügelhorn mit Klappen (Klapphorn)

Keras
griechisches Horn

Kernal Streaming
siehe WDM

Kesselgratung
im bestimmten Winkel angeschnittene Auflagekante des Kessels, jeweils zum Schlag- und Resonanzfell, meist im Winkel von 45 Grad, manchmal auch 35 oder 60 Grad. Die unbeschädigte und sauber gearbeitete Kesselgratung dient dem gleichmäßigen Aufliegen des Fells. Nur wenn die Kesselgratung einwandfrei verläuft, kann das Fell ohne Abstriche schwingen.

Kesselpauke
siehe Pauke

Kettengesang
siehe Kanon

Keyboard
(engl. key = Taste, board = Tafel, Brett)
1. engl. für Klaviatur, Tastatur
2. allg. Bezeichnung für elektronische Instrumente, die über Tasten gespielt werden (siehe bspw. Digital-Piano, Portable Keyboard, Synthesizer, Sampler)

Kielflügel
siehe Cembalo

Kin
alte chinesische Zither

King
altes chinesisches Instrument mit abgestimmten Steinplatten

Kinnor
hebräische Harfe

Kirchenschluss
Plagalschluss; Subdominante (IV.Stufe) - Tonika (I.Stufe)

Kirchentonarten
Mittelalterliche diatonische Tonreihen, die sich nur der Töne c, d, e, f, g, a und h bedienen. Basiert die Tonreihe auf dem Grundton c (also c-c

1), so wird sie als ionische Kirchentonart bezeichnet (entspricht C-Dur). Die Anordnung von Ganztonschritten (GT) und Halbtonschritten (HT) ist hier wie folgt: GT, GT, HT, GT, GT, GT, HT.
Basiert die Tonreihe auf dem Grundton d (also d-d1), so wird sie als dorische Kirchentonart bezeichnet. Bei der dorischen Kirchentonart sind also die Halbtonschritte gegenüber der ionischen Kirchentonart verschoben. Es ergibt sich die Folge: GT, HT, GT, GT, GT, HT, GT.

Es ergeben sich folgende weiteren Kirchentonarten, indem man die restlichen Töne der Tonreihe als Grundtöne verwendet: Phrygisch (e-e1), lydisch (f-f1), mixolydisch (g-g1), äolisch (a-a1) und lokrisch (h-h1). Die äolische Kirchentonart entspricht hierbei A-Moll, der Paralleltonart zur (ionischen) C-Dur.

Zu diesen authentischen oder Hauptleitern kommt noch je eine plagale oder Seitentonart hinzu (reichen jeweils von Unterquart bis zur Oberquint): A-a (hypodorisch), H-h (hypophrygisch) usw. Der Finalton bleibt derselbe (dorisch d, phrygisch e usw.).

Klangfarbe
Die charakteristischen Klangqualitäten eines Instrumentes oder einer Stimme. Verschiedene Klangfarben sind auf dem Instrument durch Manipulation des Spielers möglich.

Klappe
Vorrichtung zum Öffnen und Schließen der Tonlöcher bei Blasinsturmenten wie z. B. der Klarinette

Klapphorn
siehe Kenthorn

Klarinette
(it. clarinetto) Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt, in verschiedenen Stimmungen; Umfang der B-Klarinette: d-g3;
Abkürzungen im Notensatz: Kl., Cl. (= Clarinette)

Klassik
die musikalische Epoche des späten 18. Jhd. Haydn, Mozart und Beethoven sind typische Vertreter dieses Stils (Wiener Klassik). Die typischen Formen sind: die Sonate, die Symphonie und das Konzert.

Klaviatur
(von lat. clavis = Taste) nebeneinanderliegende Tasten

Klavier
(von lat. clavis = Taste) gängiger Name des Hammerklaviers (Pianoforte), speziell des Pianinos

Klavierauszug
Transkription einer Partitur (meist Oper) für das Klavier, zur Korrepetition

Kniegeige
siehe Viola da gamba (dt. = Gambe)

Köchelverzeichnis
ein von Ludwig Ritter von Köchel zusammengestelltes Verzeichnis sämtlicher Werke W. A. Mozarts;
Abkürzung: KV

Koda
(ital. Coda, Schwanz) Schlussteil eines musikalischen Stückes.

Kolophonium
Harz zum Bestreichen der Bogenhaare bei Streichinstrumenten

Koloratur
kunstvoller Ziergesang (Passagen mit besonderer Höhe)

Komposition, komponieren
(lateinisch componere - zusammenstellen) ein musikalisches Kunstwerk schaffen.

Kompressor
senkt starke Signalpegel ab und hebt leise Passagen an, so daß ein homogeneres, kräftigeres Klangbild entsteht.

Konservatorium
ursprünglich 'Bewahranstalt' für Waisen, die auch im Chorgesang ausgebildet wurden; heute allgemeine Musikschule mit höherem Status.

Konsonanz
dem Ohr gefallender Zusammenklang (Gegenteil: Dissonanz)

Kontrabass
siehe Violone

Kontrapunkt
der Zusammenklang von zwei oder mehr verschiedenen Stimmen, die rhythmisch und melodisch unabhängig voneinander agieren.

Konzert
1. musikalische Veranstaltung
2. grösseres Solostück für ein oder mehrere Soloinstr. mit Orchester.

Konzertina
Harmonika mit secheckigen Seitenwänden, dem Bandoneon ähnlich

Konzertmeister
'Anführer' der ersten Geigen im Orchester.

Kopf (Geige)
das obere Geigenende

Kopf (Notation)
Wiederholungszeichen

Kopfhörer
Können häufig als Ersatz für Lautsprecher benutzt werden. Da der Innenwiderstand dem eines Lautsprechers ähnelt, erfordern sie einen Lautsprecherausgang. Steckt man Kopfhörer in einen Line-Ausgang mit Line-Pegel kann u. U. das Signal verzerrt werden.

Kopfstimme
oberes Register der Stimme

Kornett
siehe Cornet à pistons

Korrepetitor
der zum Einstudieren der Gesangspartien vom Klavier aus beauftragte Kapellmeister eines Theaters oder Opernhauses.

Krebs
ein Thema, das rückwärts gespielt wird.

Kreuz
die Erhöhung eines Tones um einen Halbtonschritt (#). Das Doppelkreuz erhöht um zwei Halbtonschritte.

Kreuzstabkantate
Kantate "Ich will den Kreuzstab gerne tragen" von J. S. Bach (BMV 56)

Krönungskonzert
Klavierkonzert in D-Dur von W. A. Mozart (KV 537); 1760 für die Kaiserkrönung in Frankfurt am Main geschrieben

Krummhorn
veraltetes Holzblasinstrument